Pinguin-Gang verhindert Stürze bei Glatteis

Es mag nicht sehr elegant aussehen, hilft aber: Wer sich auf rutschigem Boden im Pinguin-Gang fortbewegt, senkt das Risiko schmerzhafter Verletzungen – ebenso wie unsere weiteren Tipps.


Bei „Pinguin-Gang“ denken viele Menschen unwillkürlich an Charlie Chaplin, der mit nach außen gespreizten Füßen herumwatschelt. Diese Vorstellung führt allerdings etwas in die Irre, denn beim Pinguin-Gang kommt es auf anderes an. Wenn es nicht um Comedy geht, sondern um sicheres Fortbewegen auf eisigem Untergrund, kann und sollte man vom Pinguin lernen. Immerhin schaffen es die unbeholfen wirkenden Tiere, auf antarktischen Böden ziemlich trittsicher voranzukommen. 

Besser als der Mensch mit seinem gewohnten Gang jedenfalls. Im Winter sind die Wartezimmer von Orthopäden und Unfallchirurgen immer wieder prall gefüllt. Bei Blitzeis und vergleichbaren Beeinträchtigungen kommt es häufig zu Prellungen, Bänderdehnungen, Knochenbrüchen oder Kopf-Platzwunden. In schlimmen Fällen drohen Oberschenkelhalsbruch oder Schädel-Hirn-Trauma. Unter den über 70-Jährigen beispielsweise belegen die Statistiken eine deutliche Zunahme schwerer Verletzungen durch Stürze in den Wintermonaten. 

Dem lässt sich vorbeugen, indem man den Körperschwerpunkt beim Gehen über den vorderen, auftretenden Fuß verlagert. Dabei sollte man nur kleine Schritte in langsamem Tempo vollziehen. Die mit ganzer Sohle aufsetzenden Füße zeigen leicht – nicht so wie Chaplin – nach außen, das Standbein steht bei etwas nach vorn gebeugter Körperhaltung im rechten Winkel zum Boden. So gewinnt man deutlich mehr Trittsicherheit.

Spikes geben Halt

„Der Pinguin-Gang kann der entscheidende Faktor dafür sein, unbeschadet über vereiste Böden zu kommen. Sein Vorteil ist, dass man keine Vorbereitung braucht und somit auch bei Blitzeis nicht schutzlos ist“, führt der Orthopäde und Unfallchirurg Dr. Michael Jung vom Berliner Orthozentrum aus. 

Wer sich doch noch rechtzeitig vorbereiten kann, sollte auf Schuhe mit gutem, griffigem Profil setzen. Noch mehr Sicherheit verschaffen Spikes bzw. Anti-Rutsch-Sohlen, die sich unter normales Schuhwerk schnallen lassen und mit ihren Spitzen in den Boden „bohren“. Daneben empfiehlt es sich, nach Möglichkeit mit einer anderen Person eingehakt zu gehen, um sich gegenseitig zu stabilisieren. Alternativ geben auch Geländer oder Häuserwände, an denen man sich entlangtastet, mehr Halt. Das Fahrrad sollte bei ungünstigen Straßenverhältnissen zu Hause bleiben.