Sport ist auch im Seniorenalter wichtig

Rund ein Drittel der über 65-Jährigen in Deutschland verzichtet gänzlich auf sportliche Aktivitäten. Das kann zu – nicht nur – orthopädischen Problemen führen oder diese verstärken.


Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) ließ kürzlich eine repräsentative Umfrage zum Bewegungsverhalten der Deutschen durchführen. Positiv ist zu vermerken, dass immerhin zwei Drittel der Befragten ihren Gesundheitszustand  als „gut“, „sehr gut“ oder „ausgezeichnet“ bezeichnen.

Ebenfalls erfreulich ist die Selbstauskunft von 24 Prozent der über 65-Jährigen, noch täglich oder fast täglich Sport zu treiben. Damit liegt die höchste Altersgruppe in etwa im Durchschnitt aller Umfrageteilnehmer.

Zugleich gab aber jeder Dritte aus der Altersgruppe 65plus an, sich nie sportlich zu betätigen. Das ist aus medizinischer Sicht bedenklich. „Soweit es die körperliche Konstitution zulässt, sollte man sich auch im höheren Alter regelmäßig ins Schwitzen bringen.

Denn für den Stützapparat des Körpers ist es wichtig, dass die Muskeln in Form bleiben. Auch die Gelenke werden dann weniger belastet“, erläutert der Berlin-Kreuzberger Orthopäde und Unfallchirurg Dr. Michael Jung, der zudem auf einen weiteren Vorteil verweist: „Die Gefahr von Unfällen, beispielsweise beim Treppensteigen oder bei Haushaltstätigkeiten, sinkt, wenn man den Körper fit hält.“

Wichtig sei, dass die sportliche Aktivität dem allgemeinen Gesundheitszustand und konkreten Einschränkungen angepasst wird. Denn eine Überlastung oder Fehlbelastung könne schnell unerwünschte Effekte zeitigen. Sportmediziner Jung rät dazu, die Bewegungsabläufe im Zweifel ärztlich begutachten zu lassen, um keine dauerhaften Schädigungen zu riskieren.

Vom Sportverein ins Fitnessstudio

Ein weiteres Ergebnis der ABDA-Umfrage: Sportvereine verlieren an Beliebtheit. Gaben bei der Vorgängerumfrage 2008 noch 23 Prozent an, Mitglied in einem solchen Verein zu sein, so sind es nun nur noch 14 Prozent. Parallel stieg der Anteil der Befragten, die ins Fitnessstudio gehen, von 10 auf 17 Prozent.

„Ob im Verein oder im Fitnessstudio: Hauptsache, regelmäßige Bewegung, und das in jedem Alter“, ruft Orthopäde Jung auf. „Bekanntermaßen wirkt maßvoller Sport in jeder Hinsicht segensreich, für den Stütz- und Bewegungsapparat, für das Herz-Kreislauf-System, für das allgemeine Wohlbefinden und sogar für die seelische Gesundheit!“