Tipps für den Umgang mit Knie-Arthrose

Gonarthrose geht mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einher. Was Betroffene tun können, um dennoch gut durch den Alltag zu kommen.


Bei der Arthrose handelt es sich um eine schleichend fortschreitende degenerative Erkrankung der Gelenke. Betrifft der Gelenkverschleiß die Knie, spricht man von Gonarthrose. Im Zuge der Erkrankung geht die Knorpelmasse, die als Puffer zwischen den Knochen dient, zurück. Anfänglich macht sich das in der Regel durch einen morgendlichen „Anlaufschmerz“ bemerkbar: Erst wenn die Knie warmgelaufen sind, verlieren sie ihre Steifheit. Später begleitet der Schmerz die Betroffenen durch den Tag, beim Beugen der Knie wie etwa beim Treppensteigen, ebenso nach längerem Sitzen oder Liegen.

„Zur Behandlung einer Gonarthrose stehen verschiedene Therapiewege offen, von Physio-, Bewegungs- oder Ergotherapie und orthopädischen Hilfsmitteln wie Einlagen und Bandagen über Wärme- und Kälteanwendungen und Bewegungsbäder bis hin zur medikamentösen Behandlung mit Schmerzmitteln oder Entzündungshemmern“, erläutert der in Berlin-Kreuzberg praktizierende Orthopäde und Unfallchirurg Dr. Michael Jung. Daneben gibt es einige Alltagsregeln, die das Leben mit Knie-Arthrose angenehmer machen können:

  • Das Gehen auf unebenem Untergrund sollte ebenso vermieden werden wie auf Steigungen. Auch Treppensteigen ist nicht ratsam, nach Möglichkeit sollte ein Aufzug benutzt werden. Lässt es sich nicht vermeiden, hilft ein Handstock, den man auf der gesunden Gegenseite führt.
  • Das Schuhwerk sollte aus gut geführten Halbschuhen bestehen, die einen flachen, bestenfalls gepufferten Absatz haben. Sandalen oder Schuhe mit hohen Absätzen verschlimmern die Beschwerden.
  • Schwere Gegenstände wie Einkaufstaschen oder Koffer sollten nicht gehoben und getragen werden; stattdessen empfehlen sich (Einkaufs-)Trolleys.
  • Beim Sitzen sollte die Höhe des Stuhls auf die Länge der Unterschenkel abgestimmt sein, so dass Knie und Hüften bei rechtwinkliger Beugung auf einer Höhe sind. Zwischendurch sollte die Beugung immer wieder durch Strecken unterbrochen werden.
  • Bodennahe Haushaltsarbeiten sollten nach Möglichkeit im Sitzen oder mithilfe von Verlängerungen für die Arbeitsgeräte im Stehen ausgeführt werden.


Welcher Sport ist geeignet?
Auch wenn die Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt sind, sollte auf Sport nicht verzichtet werden. Leistungssportliche Ambitionen sind jedoch eher kontraproduktiv. „Geeignet für Gonarthrose-Patienten sind insbesondere Schwimmen, allerdings mit Ausnahme von Brustschwimmen, Radfahren – mit einem hoch eingestellten Sattel, so dass die Beine immer wieder durchgedrückt werden –, Skiwandern in leichtem Gelände oder auch Wandern mit Handstock auf ebenem, weichem Untergrund“, empfiehlt Orthopäde Dr. Jung.

Dringend abzuraten ist dagegen von „Stop and go“-Sportarten, also solchen, die häufiges Loslaufen und Abbremsen sowie Sprünge beinhalten: Ballspiele wie Fußball oder Handball, Tennis, Badminton und Squash, Leichtathletik, Alpinski, aber auch Reiten.