Zahl der Arbeitsunfälle sinkt kontinuierlich

Zwischen 2007 und 2016 fiel die Arbeitsunfallquote von 16,9 auf 13,9 pro eine Million Arbeitsstunden. Am meisten Unfälle ereignen sich in der Bauwirtschaft, die wenigsten in der Verwaltung.


Wie sehr der Arbeitsschutz sich zum Besseren entwickelt, kann man kürzlich veröffentlichten Zahlen der Bundesregierung entnehmen. 2007 kam es noch zu 28,1 Arbeitsunfällen je 1.000 Vollzeitarbeiter, 2016 waren es „nur“ noch 23,2. Genauer, nämlich an der tatsächlich geleisteten Arbeit bemessen: Pro eine Million Arbeitsstunden waren vor elf Jahren 16,9 Unfälle zu verzeichnen, vor zwei Jahren dagegen 13,9. „Auf dem Weg zur Idealquote von null bleibt zwar noch ein Stück zurückzulegen, doch es gibt erfreulich stetige Fortschritte“, kommentiert der in Berlin-Kreuzberg praktizierende Orthopäde und Unfallchirurg Dr. Michael Jung die aktuelle Statistik, „vor allem wenn man noch miteinbezieht, dass auch die unfallchirurgische Versorgung kontinuierlich optimiert wird.“

Wie verschieden das Unfallrisiko in den einzelnen Branchen ist, offenbaren die Zahlen der Bundesregierung ebenfalls. Negativ-Spitzenreiter ist die Bauwirtschaft, die zuletzt (2016) 35,2 Unfälle je eine Million Arbeitsstunden vermeldete. Immerhin: 2007 waren es noch 41,9. Danach folgen Verkehrswirtschaft, Post-Logistik und Telekommunikation mit 27,6 (2016) sowie Holz und Metall mit 23,7. Am unteren Ende der Skala liegt der Verwaltungsbereich, der für das vorletzte Jahr 8,0 Unfälle pro Million Arbeitsstunden verzeichnete. Auf unterdurchschnittliche Werte kommen auch die Branchen Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (10,4), Rohstoffe und chemische Industrie (11,7) sowie Energie, Textil, Elektro und Medienerzeugnisse (ebenfalls 11,7).

31 Prozent weniger tödliche Arbeitsunfälle

Eine weitere positive Nachricht betrifft die tödlichen Arbeitsunfälle: Deren Zahl ging noch stärker zurück als die der Arbeitsunfälle insgesamt, nämlich um gut 31 Prozent. Waren 2007 noch 812 Todesfälle zu beklagen, so sank diese Zahl bis 2016 auf 557. Das Gros davon, nämlich 498, entfiel auf Männer. Interessanterweise geht die Zahl tödlicher Arbeitsunfälle nur in den jüngeren Altersgruppen deutlich zurück. Bei den über 60-Jährigen dagegen steigt sie – von 83 (2007) auf zuletzt 126. Zur Erklärung verweist die Bundesregierung darauf, dass die Erwerbstätigkeit dieser Altersgruppe ebenfalls deutlich zugenommen habe.

Gestiegen sind übrigens auch die Entschädigungsleistungen der Unfallversicherungsträger, und zwar um 17 Prozent in den letzten zehn Jahren. 2016 wurden 10,4 Milliarden Euro verausgabt. Die größten Kostensteigerungen gab es bei Sachleistungen für Berufskrankheiten (89 Prozent) sowie bei Heilbehandlungen, medizinischer und sozialer Reha (44).