Studie bestätigt: E-Scooter-Fahrer sollten Helm tragen
Treten bei einem E-Scooter-Unfall schwere Verletzungen auf, ist meist der Kopf betroffen, wie eine Auswertung der TU München erbrachte.
Knapp 12.000 Elektroscooter-Unfälle mit Personenschaden erfasste die Polizei deutschlandweit 2024, ein gutes Viertel mehr als im Vorjahr. Neben circa 1.500 Schwerverletzten waren 27 Todesopfer zu beklagen, wie das Statistische Bundesamt kürzlich mitteilte. Die Zahlen muten zwar angesichts von insgesamt über 290.000 Verkehrsunfällen mit Personenschaden, bei denen 2.770 Menschen den Tod fanden, vergleichsweise bescheiden an. Doch sie steigen seit Jahren besorgniserregend an.
Und: Viele schlimme Verletzungen ließen sich verhindern. „Beim Fahren von E-Scootern sollte man, ebenso wie beim Radfahren, einen Helm tragen“, rät der in Berlin-Kreuzberg praktizierende Orthopäde und Unfallchirurg Dr. Michael Jung. „Es macht kaum Aufwand, kann aber im Falle des Falles schwere Verletzungen und im Extremfall einen frühen Tod verhindern.“
Das zeigt auch eine aktuelle Studie der Klinik für Unfallchirurgie der Technischen Universität München. Die Forscher dort haben Daten aus dem TraumaRegister DGU® der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zum Themenfeld E-Scooter-Unfälle analysiert.
Brisante Konstellation: Nacht, männlich, Alkohol
Die zentrale Erkenntnis lautet, dass bei schweren Verletzungen nach Elektroscooter-Unfällen am häufigsten der Kopf geschädigt wird. Eine weitere auffällige Häufung: Die meisten schweren Unfälle ereignen sich nachts und unter Beteiligung von Männern und Alkohol. „Die schweren Schädel-Hirn-Traumata, die wir regelmäßig in unserer Klinik sehen und behandeln, spiegeln sich nun auch in der Statistik wider“, kommentiert Prof. Dr. Ulrich Stöckle, stellvertretender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und Präsident der DGU. Und auch er kommt zu dem Schluss: „Daraus ergibt sich eindeutig: Wer mit dem E-Scooter unterwegs ist, sollte einen Helm tragen.“
Die genannten Fachgesellschaften kritisieren, dass die niedrigen Zugangshürden zu E-Scootern in einem Missverhältnis zu den Gefahren – und den Sicherheitsmaßnahmen, die diese nahelegen – stünden. Die Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern berge beträchtliche Verletzungsrisiken. Neben dem Tragen eines Helms sollten die Fahrer daher moderates Tempo bevorzugen, auf jeden Fall nüchtern sein und nachts für eine gute Sichtbarkeit sorgen.